# Exposé für die Bachelorarbeit schreiben, mit kommentiertem Beispiel

Von [Carmen Echeverría](https://textlume.com/de/autoren/carmen-echeverria), Redakteurin für wissenschaftliches Schreiben. Veröffentlicht 2026-11-03. Aktualisiert am 2026-11-03.

> **Kurz gesagt:** Das Exposé hat zwei Leser: Sie selbst und Ihre Betreuerin. Für Sie ist es ein Arbeitsplan. Für die Betreuerin ist es die Grundlage, um Ihr Vorhaben einzuschätzen und Rückmeldung zu geben.

Ein Exposé ist der Projektplan Ihrer Bachelorarbeit. Auf wenigen Seiten zeigen Sie, welche Frage Sie beantworten wollen und wie Sie dabei vorgehen. Ihre Betreuerin entscheidet danach, ob das Vorhaben in der verfügbaren Zeit machbar ist.

Viele Studierende schreiben das Exposé als Pflichtübung und schicken es so spät wie möglich ab. Das ist schade. Ein gutes Exposé nimmt Ihnen einen großen Teil der Denkarbeit ab, die Sie sonst im zweiten Monat der Bearbeitungszeit nachholen müssten. Was genau hineingehört, regelt am Ende Ihr Lehrstuhl. Die Beispiele unten stammen aus veröffentlichten Leitfäden deutscher Universitäten und zeigen, wie weit die Vorgaben auseinandergehen.

## Wozu ein Exposé dient

Der Leitfaden des Arbeitsgebiets DaZ/DaF an der TU Dresden fasst die Aufgabe in drei Fragen: was Sie untersuchen wollen, wie Sie es untersuchen wollen und warum. Dort dient das Exposé ausdrücklich auch dazu, eine Lehrende als Betreuerin für das Projekt zu gewinnen. Sie soll einschätzen können, ob das Vorhaben gut geplant und realisierbar ist, und sagen, wo es eingegrenzt werden muss.

Vom Abstract unterscheidet sich das Exposé durch den Zeitpunkt. Ein Abstract fasst eine fertige Arbeit zusammen, das Exposé beschreibt eine Arbeit, die es noch nicht gibt. Und eine Gliederung ist nur ein Teil davon. Sie zeigt die Kapitel, aber nicht, warum die Frage offen ist oder mit welchen Daten Sie sie beantworten.

## Aufbau eines Exposés für die Bachelorarbeit

Die Reihenfolge schwankt etwas zwischen den Hochschulen. Der Dresdner Leitfaden nennt diese Elemente: Titelseite, Abstract, Forschungsstand und Forschungsfrage, Vorgehensweise und Methoden, Gliederung, Zeitplan, Literatur. Das Abstract soll dort etwa 250 Wörter lang sein und am besten zum Schluss geschrieben werden, wenn der übrige Text steht.

### Thema und Forschungsfrage

Ein Thema ist noch keine Frage. „Social Media und Politik“ ist ein Themenfeld, „Wie stellen die Bundestagsfraktionen ihre Arbeit auf Instagram dar?“ ist schon eine Frage, die man bearbeiten kann. Formulieren Sie die Forschungsfrage als einen Satz mit Fragezeichen. Schreiben Sie dazu zwei oder drei Sätze, warum die Frage wissenschaftlich oder gesellschaftlich relevant ist.

Eine gute Frage für die Bachelorarbeit ist eng gefasst und lässt sich mit dem Material beantworten, das Sie tatsächlich bekommen. Oft reicht dafür schon eine Grenze bei Zeit oder Ort, etwa ein einziges Bundesland.

### Forschungsstand

Hier zeigen Sie, dass Sie die wichtigsten Arbeiten zu Ihrem Thema kennen und wo Ihre Frage anknüpft. Der Leitfaden des Lehrstuhls für International Vergleichende Politikfeldanalyse der Universität Bamberg verlangt, die Frage in den aktuellen Stand der Forschung einzuordnen, und erlaubt, dabei schon eine Forschungslücke herauszuarbeiten.

Für eine Bachelorarbeit genügt eine knappe Darstellung. Gruppieren Sie die Literatur nach Positionen oder Befunden, statt sie Titel für Titel nachzuerzählen. Wenn Sie lange Fachaufsätze erst einmal auf ihre Kernaussagen verdichten wollen, kann der [Zusammenfasser](/de/text-zusammenfassen) einen Entwurf liefern. Prüfen Sie die Kernaussagen danach immer am Original, bevor Sie sie zitieren.

### Methode und Material

Beschreiben Sie, welche Daten Sie nutzen und wie Sie sie auswerten. Bei einer empirischen Arbeit heißt das: Woher kommen die Daten, etwa aus Interviews oder einem vorhandenen Datensatz? Wie werten Sie sie aus, und wie viele Fälle planen Sie? Der Dresdner Leitfaden weist darauf hin, dass empirische Arbeiten in der Regel zeitintensiver sind, besonders wenn Sie die Daten selbst erheben.

Bei einer Literaturarbeit ohne Empirie ist die Methode oft ein Vergleich. Der Dresdner Leitfaden nennt als Beispiel, einen Gegenstand aus der Sicht zweier Theorien zu betrachten. Legen Sie fest, welche Ansätze Sie gegenüberstellen und nach welchen Kriterien. Auch das gehört ins Exposé, sonst bleibt unklar, worin Ihre eigene Leistung besteht.

### Gliederungsentwurf

Eine vorläufige Gliederung mit Kapiteln und, wo nötig, Unterkapiteln. Je genauer sie ist, desto leichter kann die Betreuerin die Machbarkeit beurteilen. Mit der endgültigen Gliederung muss sie nicht übereinstimmen.

### Zeitplan

Eine Tabelle mit den Arbeitsschritten und ihrer Dauer. Tragen Sie die formalen Termine ein, vor allem die Anmeldung beim Prüfungsamt und das geplante Abgabedatum. Wie viel Bearbeitungszeit dazwischen liegt, steht in Ihrer Studien- oder Prüfungsordnung. Der Dresdner Leitfaden empfiehlt, auch zu notieren, welche Schritte voneinander abhängen und welche parallel laufen können. Bei empirischen Vorhaben fragt er ausdrücklich nach einem ausreichenden Puffer.

### Literaturverzeichnis

Am Ende steht die Literatur, die Sie im Exposé zitieren. Manche Lehrstühle wollen hier schon einen Überblick über die voraussichtlich verwendete Literatur der ganzen Arbeit sehen. Halten Sie sich an die Zitierweise, die Ihr Fach verlangt.

## Wie lang ein Exposé sein sollte

Eine bundesweite Regel gibt es nicht, und die Vorgaben liegen weit auseinander. Drei Beispiele aus veröffentlichten Leitfäden:

| Hochschule und Lehrstuhl | Vorgabe |
|---|---|
| TU Dortmund, Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung (Projektseminar zur Bachelorarbeit) | 1,5 bis 2 Seiten Text, dazu Deckblatt, Grobgliederung und Literaturverzeichnis |
| TU Dresden, Arbeitsgebiet DaZ/DaF | ca. 3 Seiten einschließlich Literaturverzeichnis |
| Universität Bamberg, Vergleichende Politikfeldanalyse (Bachelor und Master) | 5 bis 15 Seiten, je nach Stand der Vorarbeit |

Fragen Sie deshalb früh nach, welche Länge Ihr Lehrstuhl erwartet, und prüfen Sie, ob Deckblatt und Literatur mitzählen. Wenn die Vorgabe in Wörtern statt in Seiten steht, zeigt Ihnen der [Wortzähler](/de/woerter-zaehlen), wie viele Wörter Ihr Entwurf ohne Literaturverzeichnis hat.

## Beispiel: ein Exposé aus der Sozialwissenschaft, kommentiert

Angenommen, Sie studieren Soziologie und planen eine qualitative Bachelorarbeit. Ein Exposé von drei Seiten könnte so gegliedert sein.

**Arbeitstitel:** Pendeln mit dem Deutschlandticket. Wie Studierende in Leipzig ihre Wege zur Hochschule organisieren.

**Forschungsfrage:** Welche Gründe nennen Leipziger Studierende, die in Nachbarstädten wohnen, für ihre Wahl zwischen Bahn und Auto auf dem Weg zur Hochschule?

Kommentar: Die Frage legt Gruppe und Ort fest. Sie fragt nach Gründen, was zu Interviews passt. Eine Frage nach Anteilen („Wie viele Studierende pendeln mit der Bahn?“) bräuchte dagegen eine Befragung mit vielen Fällen.

**Forschungsstand:** eine Seite zu Studien über die Verkehrsmittelwahl junger Erwachsener. Sie ist nach Kosten und Gewohnheiten gegliedert. Am Ende ein Satz zur Lücke: Für Studierende im Umland einer Großstadt gibt es wenig qualitative Daten.

**Methode:** acht Leitfadeninterviews mit Studierenden aus zwei Nachbarstädten, Auswertung mit qualitativer Inhaltsanalyse.

Kommentar: Die Zahl der Interviews steht fest. So kann die Betreuerin sofort sehen, ob das in der Bearbeitungszeit zu schaffen ist.

**Gliederung:** Einleitung, Forschungsstand, Methode, Ergebnisse in drei Unterkapiteln, Diskussion, Schluss.

**Zeitplan:** Gehen wir von zwölf Wochen Bearbeitungszeit aus. Dann wären zwei Wochen für Literatur und Leitfaden realistisch, drei für die Interviews und ihre Transkription, drei für die Auswertung, drei fürs Schreiben und eine Woche Puffer. Der Puffer liegt am Ende, direkt vor der Abgabe, damit er nicht schon unterwegs aufgebraucht wird.

## Das Gespräch mit der Betreuerin vorbereiten

Viele Lehrstühle setzen eine Frist. Am Dortmunder Lehrstuhl etwa geht das Exposé per E-Mail an die Betreuerin oder den Betreuer, das Abgabedatum erfahren Sie bei der Themenvergabe. Gibt es keine Frist, schicken Sie es einige Tage vor dem Gesprächstermin, damit es in Ruhe gelesen werden kann.

Bringen Sie zum Gespräch zwei oder drei konkrete Fragen mit. Etwa: Reichen acht Interviews? Soll ich die Arbeit auf eine Nachbarstadt beschränken? Solche Fragen führen zu brauchbaren Antworten. Die Frage „Ist das so okay?“ führt meist zu einem höflichen Ja.

Notieren Sie während des Gesprächs, was geändert werden soll, und schicken Sie danach eine kurze Mail mit den vereinbarten Punkten. Das hilft beiden Seiten, wenn Sie Wochen später unsicher sind, was abgesprochen war.

## Häufige Fehler

Die Frage ist zu breit. „Digitalisierung in der Schule“ füllt Bücherregale, keine Bachelorarbeit. Grenzen Sie nach Schulform und Bundesland ein, bis die Frage zu Ihrem Material passt.

Die Methode fehlt oder bleibt vage. „Ich werte Literatur aus“ sagt nicht, welche und wie. Nennen Sie die Daten und das Auswertungsverfahren, bei einer empirischen Arbeit auch die Fallzahl.

Der Forschungsstand ist eine Liste. Zehn Titel mit je einem Satz Inhalt zeigen Fleiß. Wo Ihre eigene Frage ansetzt, sieht die Betreuerin daran nicht.

Der Zeitplan hat keinen Puffer. Irgendwann sagt ein Interviewpartner ab, oder das Korrekturlesen dauert länger als gedacht. Planen Sie deshalb mindestens eine Woche Reserve vor der Abgabe ein.

## Letzter Durchgang vor dem Abschicken

Lesen Sie das Exposé einmal laut oder zumindest langsam am Stück. Prüfen Sie, ob die Forschungsfrage am Anfang und in der Gliederung gleich lautet. Oft hat sie sich beim Schreiben leicht verschoben, und an einer Stelle steht noch die alte Fassung.

Danach kommen Rechtschreibung und Zeichensetzung. Das Exposé ist oft der erste längere Text, den Ihre Betreuerin von Ihnen liest, und Tippfehler bleiben dabei im Gedächtnis. Die [Rechtschreibprüfung](/de/rechtschreibpruefung) von Textlume ist kostenlos und ohne Begrenzung nutzbar. Sie prüft auch deutsche Texte und findet etwa Kommafehler und falsche Schreibweisen.

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